Mittwoch, 22. Februar 2012

Die wunderschönen Farben.


"Doch sie brachten sie noch tiefer. 
Hunderte Meter unter der Erde.
Die zahllosen Stufen der langen Treppen wurden immer brüchiger, je weiter sie gingen.
Die Luft wurde stickiger, Schmutz sammelte sich in ihren Lungen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie das Ende der Treppe, das knarrende Laute von sich gab, als würde es jeden Moment in Asche zerfallen.
Die Feuchtigkeit  ließ die Wände modrig werden, der Gestank nach Fäulnis hing in der Luft wie ein totes Tier.
Denn sie war in den Augen der Regierung nichts anderes, als ein krankes unnützes Tier.
Ihr Magen zog sich zusammen.
Sie schloss ihre Augen wieder und stelle sich den Himmel vor.
Die Hoffnung von Freiheit erschien vor ihren geschlossenen Lidern, während Tonnen von Erde auf sie drückten.
Die Erinnerungen an die  frische Luft von oben verdrängten das schreckliche Schauspiel hier unten.
Die Wächter zogen sie weiter vor, bis zur Tür, hinter der das Zimmer lag, dass sie nie wieder lebendig verlassen würde.
Einer der Aufseher tippte einen langen komplizierten Code in das Tastenfeld und die Tür zog sich langsam auf.
Dahinter kam der fast leerer blutdurchtränkte Raum zum Vorschein.
Ohne, dass die Wächter sie dazu auffordern mussten schritt sie hinein.
Sie wollte in Würde sterben.
Sie stellte sich in die Mitte der vier Betonwände, die vor langer Zeit einmal weiß gewesen sein mussten.
 Langsam drehte sie sich zu dem Henker mit der Axt herum.
Ein letztes Mal schloss sie ihre Augen und dachte an den Himmel.
An die wunderschönen Farben.
An das helle Blau, das langsam immer dunkler wurde.
An das leuchtende Orange, das sich wie Wasser darin auflöste.
An das beruhigende Rosa, das sie zu Tränen rührte.
Bis dann das rote Blut auf die Wände spritze, als die Axt ihren Kopf abtrennte.
Nur wenige Tropfen, die sich zu den tausenden anderen gesellten."

Kommentare:

  1. Wie gruselig! Will jetzt wissen warum ihr der Kopf abgetrennt worde. *menno*

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  2. Damn. Ich wollte gerade anfangen den Text zu lesen und scroll runter und was steht da? Ein gottverdammter, nicht beabsichtigeter SPOILER -.-'
    Okay dokay, ich schreib mal wieder einfach drauflos, ja? ^^

    "Gestank nach Fäulnis hing in der Luft wie ein totes Tier.
    Und das Stimmte auch.
    Denn sie war in den Augen der Regierung nichts anderes, als ein krankes unnützes Tier." -> das ist SUPER! wie du den Gestank so bildhaft beschreibst. Aber dann kam "Und das stimmte auch" - > Das Problem ist hier, dass man dann denkt, es hängen Tierkadaver an den Wänden oder ähnliches, weil das so ungenau formuliert ist. Erst im nächsten Satz wird einem dann klar, was du meintest, aber um solche Verwirrungen zu vermeiden würde ich dir empfehlen so etwas Ähnliches wie "War sie das nicht auch - ein totes Tier?" oder du streichst den Satz komplett weg, was einiges erleichtern würde :)

    Nachdem sie die Augen geschlossen hat, um sich den Himmel vorzustellen, kannst du ihn ja nochmal beschreiben und im krassen Kontrast zur Fäulnis und dem ganzen anderen reschrecklichen Kram stellen. Also dass sie immer noch schöne Gedanken hat, obwohl alles um sie herum grausam und hässlich ist .

    "Die Wächter schleiften sie weiter vor, bis zur Tür, hinter der das Zimmer lag, dass sie nie wieder lebendig verlassen wird." -> Achtung. Die springst sehr oft in der Zeit, hier müsste ein "würde" hin, statt ein wird. Vor allem aber bin ich überrascht. Sie schleifen sie ?? Das kommt überraschend. Du musst aufpassen, dass du das vorher erwähnst, sonst denkt man sich plötzlich "Huh? Wie kommt das denn jetzt hin?" ;)

    Und schon wieder *husti* Guck mal, den Raum mit vier Wänden kannst du doch ein wenig genauer beschreiben ^^ ich meine .. hat ein Raum nicht meistens vier Wände? ;)

    "und drehte sich zu dem Henker mit der Axt zu." Ups. Das war wohl ein "zu" zu viel. Ein "herum" oder so am Ende würde eher passen.

    BÄM! Das Ende flasht mich - ehrlich. :D Genial. Lyrisch. Hart. Und wunderschön!
    Liebe Grüße
    Franzi

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